03/16 Singapore

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Bereits der Weg in den Zoo von Singapore, der als bester Regenwald-Zoo der Welt geprießen wird, war lohnenswert, denn es ging mit MRT (U-Bahn) sowie Bus in den Norden, drei Kilometer vor der Grenze zu Malaysia. Wohngebiete, Parks, Einkaufszentren, Moscheen, Kirchen, hindustische und buddistische Tempel – das alles sehr modern, gepflegt und durchaus lebenswert, wobei die Massenwohnbauten eher geringen Wohnraum vermuten lassen. Der Zoo liegt auf einer Halbinsel inmitten eines Sees, ist sehenswert und hinsichtlich des Tierbestands vielfältig. Ein Pinselohrschwein kann man zwar auch in Hamburg bei Hagenbeck sehen, aber …

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… einen weißen Tiger? Beim Baden? Zudem springen zahreiche Affenarten, u.a. auch Orang Utans frei herum. Heute abend stilvolle Fusion-Küche nahe des Hotels in Chinatown, in einem der zahllosen zweigeschossigen Kolonialhäuser, die hier die Straßen säumen. Was sehr köstlich war, kostete auch, aber es ist Urlaub.

02/16 Singapore

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Zu den Hauptattraktionen des Stadtstaats zählen die noch jungen Gardens by the Bay zwischen Marina und Meer. Es handelt sich um eine Mischung aus botanischen und thematischen Gärten nebst originellen Gewächshäusern, die völlig zu recht „dome“ heißen, sowie Erholungsstätten und Spielplätzen. Ein Kolonialgarten, ein malayischer, chinesischer und ein indischer Garten bilden das Spiegelbild der eigenen Multiethnizität sowie deren Geschichte. Das kommt alles sehr ideologisch und didaktisch daher und ist gewiss gigantoman, aber auch ganz gekonnt.

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Blickpunkte bilden die giant trees, Metallkonstruktionen mit vertikaler Bepflanzung – in diesem Klima mit konstant über 12 Monate mehr oder weniger 30 ° Celsius – keine richtige Herausforderung. Einige Bäume sind mit einem sky walk miteinander verbunden, der gestern leider geschlossen war.

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Dafür sind wir mit dem Aufzug auf einen Baum hinaufgefahren, der in der „Krone“ nicht nur eine Bar sowie ein Restaurant bietet, sondern auch einen wunderbaren Rundumblick auf die Stadt und das Meer.

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Neben einem Flower Dome mit einer gigantischen Sukkulentensammlung sowie wechselnden Blumenarrangements bildet der Cloud Forest Dome einen künstlichen Regenwald mit Wasserfall. Spiralförmig geht man einen Berg hinauf sowie hinunter und wird dabei mit unzähligen Pflanzen vertraut gemacht.

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Am Ende wieder politisches Programm. Ein wirklich anschaulicher Film auf Großleinwand verdeutlicht die Folgen des ungebremsten Klimawandels auf +5 °C bis 2100. Davon wären Städte wie Singapur erheblich betroffen. Sich als grüne Stadt zu definieren, ist übelebenswichtig, will uns das sagen, und es überzeugt auch, denn an negativen Beispielen in der Region (abfackeln und roden von Regenwald, Verkehr, Chemieverseuchung) mangelt es wahrlich nicht. Es gab am Abend malayisches Essen (u.a. Laksa) – das hieß, da zumeist von Moslems betrieben, – kein Alkohol. Den heutigen Zoobesuch später.

01/16 Singapore

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Singapore, alt und neu stets beieinander, der Eindruck von Globalisierung ist angesichts der multiethnischen Bevölkerung und ihrer Multireligiosität ziemlich stark. Dir Originalität der Bauformen – nicht alles ist schön – verdeutlicht Deutschlands provinziellen Status auf dem Gebiet der zeitgenössischen Baukunst. Nach Stop in Abu Dhabi heute morgen 10 Uhr gelandet, zu Mittag in Chinatown, kleiner Spaziergang, Pool, Schläfchen und opulentes Abendessen in Little India. Dieses Viertel war dann doch eine Überraschung: Der U-Bahn entstiegen, fanden wir uns in einer dichten Menschenmenge – 99% Inder, 99 % Männer, 99% im Alter zwischen 25 und 35 Jahren und 99 % trugen kurzärmliche Hemden … Und nach etwas suchen – Tandoori Chicken…

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Singapore River

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Ikonische Architekur: Marina Bay Sands, erbaut von Mosche Safdie, Prof. in Harvard und Architekt von Yad Vashem in Jerusalem. Links daneben das Art Science Museum. Dahinter die Gardens by the Bay, die wir morgen besuchen …

15-18

Es ist Zeit, Sayonara – さようなら – zu sagen. In den letzten Tagen haben wir in Tokyo noch ein paar historische Gärten besichtigt, Museen besucht und die Stadt erkundet, im Rotlichtviertel zu Abend gegessen und mit dreimal duschen der Hitze getrotzt.

Die Eindrücke sind vielfältig: Es gibt fast keinen Müll auf den Straßen, aber auch keine bzw. kaum Mülleimer, ein Paradox, mit dem man eine deutsche Kommunalverwaltung sicher in den Irrsinn treiben kann. Die Spielhallen verbreiten einen ohrenbetäubenden Lärm, wenn die Türen nur kurz aufgehen. Die Kneipen werden am Abend zu mindesten 95% von Männern in Anspruch genommen, in Restaurants ist das etwas augeglichener. Geschäftsleute (Männer) tragen fast durchgehend weiße Hemden und dunkle Hosen als Uniform ihrer sozioökonomischen Relevanz. Japan hat ganz offensichtlich kein gesellschaftliches Adipositas-Problem wie Deutschland oder am schlimmsten die USA und Männer neigen kaum zu Haarausfall, ein Eindruck, der auch täuschen mag… Das Land bleibt in vielen Dingen fremd, doch bilden die wundervollen Murakami-Bücher eine Art Brücke.

Wir werden das Vogelgezwitscher in den Bahnhöfen vermissen …

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Im Shinkuju-Gyoen-Nationalgarten, ein Stadtpark des frühen 20. Jhs. mit englischem Landschaftsgarten (im Bil), französischem Garten und natürlich Bereichen, …

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… die für die japanische Gartentradition stehen.

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Der Koishikawa-Korakuen-Garten ist einer der ältesten der Stadt und geht auf das frühe 17. Jh. zurück. Zahlreiche Gartenteile bilden Miniaturen von chinesischen und japanischen Landschaften – hier eine Szene aus Kyoto.

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… hier auch alte Bauten, wie dieser Schrein.

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Der Pflegezustand der Anlagen, die alle um die 300 Yen (zwei Euro) Eintritt kosten, ist vorbildlich.

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Der Kyu-shiba-rikyu-Garten, ebenfalls ein Aristokratengarten des 17. Jhs., wurde ursprünglich von Meerwasser gespeist …

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… heute ist er von Hochhäusern umzingelt.

15-17

Tokyo: Heute war Fuji-Tag. Wir haben den heiligen Berg der Japaner vom Shinkansen aus gesehen sowie am frühen Abend noch einmal von der Aussichtsplattform des Tokyo-Towers.

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Fuji I.

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Fuji II.

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Blick zum Tokyo-Tower.

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Blick vom Tokyo-Tower.

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Urbane Verdichtung in Reinform.

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Blick nach Westen zum 80 Kilometer entfernten Fuji, der hier gerade so aus den Wolken lugt. Die Sonne geht hier übrigens im Norden unter und vergleichsweise früh.

15-16

Morgen früh geht es mit dem Shinkansen von Okayama zurück nach Tokyo: 4h 12 Minuten für 665km! Heute stand ein Ausflug nach Kurashiki auf dem Programm. Die Stadt besitzt ein sehr gut erhaltenes Viertel aus der Edo-Zeit mit Handelshäusern, Warenlagern, Manufakturen und Museen von internationalem Rang. Diese Bedeutung als urbane Sehenswürdigkeit besitzt einen Preis, der hier wie an Orten gleichen Zuschnitts zu begleichen ist: Es geht anscheinend nicht ohne die idiotische Souvenirindustrie, in Kurashiki flankiert von hübschen Läden mit Kunsthandwerk sowie Restaurants, ganz so wie in Rüdesheim, Rothenburg ob der Tauber usw.

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Zunächst haben wir das 1796 erbaute Haus des Tee- und Salz-Händlers Ohashi, des reichsten Bürgers der Stadt, besichtigt …

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…um mehrere Höfe gruppiert, mit angeschlossenem Garten sowie Speichern.

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Der Bikan-District erstreckt sich entlang eines Kanals. Hier waren Textilmanufakturen sowie Töpfereien ansässig.

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Sonntagsausflug …

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Das Ohara-Kunst-Museum ist das älteste Museum für westliche Kunst in Japan. Erworben wurde die Sammlung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jhs. von Ōhara Magosaburō, der den Maler Kojima Torajirō nach Europa auf Einkaufstour schickte. Das späte 19. sowie das frühe 20. Jh. sind ganz ordentlich bestückt, eine Verkündigung El Grecos ergänzt die Sammlung, in der uns aber auch die chinesischen Antiken sowie die japanischen Keramiken und Graphiken sehr gut gefallen haben. Die Präsentation ist, verglichen mit dem, was wir bereits gesehen haben, luschig.

 

15-15

Mit dem Shinkansen nach Okayama, wo wir mit dem Kōraku-en einen der berühmtesten Gärten Japans besuchten. Vom Daimyo Ikeda Tsunamasa 1687 in Auftrag gegeben, zählt er zum Typus der feudalen Wandelgärten, wie ihn die Kaiser in Kyoto und Edo in der Edo-Epoche, besonders im 17. Jh. bevorzugten. Er ist in seiner Choreographie der Abfolge einzelner Gartenbilder beim Spaziergang durch die Anlage mit dem englischen Landschaftsgarten verwandt. Das Wetter war prächtig (nur zu heiß), so dass wir uns einige Stunden hier aufhielten, ehe wir die jenseits des Asahi-Flusses gelegene Burg, eine vollständige Rekonstruktion nach dem II. Weltkrieg ansahen.

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Der Shinkansen fährt ein …

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Blick vom Garten, der auf einer durch den Asahi-Fluss gebildeten Insel liegt, auf die Burg im Hintergrund.

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Blühende Lotusblumen.

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In den Garten integriert ein Reisfeld sowie eine Teeplantage; Blick vom zentralen Hügel.

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In einem der Pavillons; Sitzmöglichkeiten zu beiden Seiten eines schmalen Kanals.

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Garten und Burg.

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Die Burg.

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Blick vom Hauptturm der Burg auf den Garten.