08/16 Ha Long Bay/Hanoi

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Nach drei Tagen zurück aus der Ha-Long-Bucht, können die Bilder nur andeuten, was wir gesehen und erlebt haben: Wunderbare Karst-Inseln, gutes Essen, schwimmende Dörfer, Schwimmen auf offener See, Kajaktouren, Höhlenbesuch. Auf dem Schiff war es sehr gut, die Augen muss man jedoch zudrücken, wenn man sich den Massentourismus sowie die sichtbare Umweltverschmutzung vergegenwärtigt.

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Da Bucht mit ihren 2000 Inseln darf nur zu einem Teil durch die Ausflugsschiffe befahren werden; andere Bereiche werden sinnvollerweise geschützt, was aber auch dazu führt, dass die Armada der ca. 30 über Nacht vor Anker gehenden Schiffe immer irgendwie in gegenseitiger Sichtweite bleibt.

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Das schwimmende Dorf wurde in den letzten Jahren fast vollständig umgesiedelt; heute bieten die vom Fischfang lebenden Bewohner Kajakfahrten an und betreiben eine Perlenfarm.

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Heute, bei wieder einmal 37°C, ein Rundgang durch Hanoi: hier die Trấn Quốc Pagode, die älteste Pagode Vietnams, am Westsee.

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Die Stadt besitzt großartige Kolonialarchitektur, zumeist historistisch oder im Art-déco-Stil, hier der Präsidentenpalast im Stile italienischer Renaissancevillen mit Portalen, die auch aus Versailles stammen könnten.

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Zum Abschluss: Das von den Franzosen kurz vor 1900 gebaute Hỏa-Lò-Gefängnis, ein Ort brutalster Kolonialherrschaft. Übrigens wurden das Gefängnis hier auch in den 1940er Jahren betrieben, also gleichzeitig mit der deutschen Okkupation Frankreichs. Verrückt, in Frankreich internierten Hitlers Truppen Kommunisten, in Vietnam internierten Franzosen Kommunisten … 1954 von den Vietnamesen übernommen, diente der Ort ab 1965 der Arrestierung amerikanischer Piloten, die hier, die Amerikaner nannten das Gefängnis „Hanoi Hilton“, ganz gut behandelt wurden, unter ihnen der spätere Senator McCain. Die Piloten wurden von den Vietnamesen sicher auch als Verhandlungsmasse betrachtet und kammen bald nach dem Waffenstillstand 1972/73 wieder frei. Die heutige Ausstellung erinnert an den Krieg, übrigens auch an die weltweite Solidarität, darunter auch die eines kleinen, inzwischen untergegangenen Landes zwischen Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn das Teil des großen Systemkonflikts und damit offizielle Doktrin der SED war, ist es schön, dass das in Hanoi gewürdigt wird – einmal hat die DDR auf der richtigen Seite gestanden, während die BRD an der Produktion von Agent Orange beteiligt war!

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