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Zwei volle Tage sind zu resümmieren: Joggen am Morgen und am Abend entlang des Hudson Rivers, begrünte Fahrrad- und Laufwege, Sportanlagen, Sitzmöglichkeiten, Spielplätze usw. Öffentlicher Raum wird in dieser Stadt in einer bemerkenswerten Qualität zum Ort der Teilhabe. Überall neue Fahrradwege.

Zunächst ein Museumstag: International Center for Photographie mit einer sehenswerten Schau lateinamerikanischer Fotografie der letzten 50 Jahre. Danach Besuch der Frick Collection. Gespaltene Gefühle: Die Gediegenheit, die gerade im Vergleich mit Getty (der später anfing zu sammeln) außerordentliche Qualität dieser Sammlung, steht in einem scharfen Gegensatz zu Henry Clay Frick, der seinen streikenden Arbeitern Streikbrecher auf den Hals hetzte. Man denkt an Brechts Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“ und machts sich seinen Reim auf die Frage, wer das Vermögen für diese unglaubliche Sammlung erwirtschaftet hat …

Und für uns steht fest: Auch wenn Damien Hirst und Jeff Koons den Kunstmarkt unter sich aufgeteilt haben, kleiner Joke für Houellebecq-Leser, Jeff Koons ist absolute Spitze.

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Rockefeller-Center

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Frick Collection: Am Eingang eine Büste von Coysevox, dann Vermeer und so geht das weiter, eine sieben Zentimeter große Wachsstudie Giambolognas eingeschlossen!

Mittagspause im Central-Park.

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Jeff-Koons-Retrospektive im Whitney-Museum: the artist.

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Neben dem Spaß an all dem Wahnsinn: In seinen Werken kann man sich spiegeln und wird wahlweise rot oder …

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… gelb und fett.

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Zum Abschluss auf dem Weg zur Subway kurze Stippvisite in der Gagosian-Gallery in der Park Avenue (gagosian.com). E. vor einem Werk von Harmony Korine, der offenbar nicht nur abgefahrene Filme drehen kann, sondern auch ein ganz passabler Maler und Fotograf ist.

Am nächsten Tag haben wir das 9/11 Memorial besucht, eine Arbeit des namhaften Landschaftsarchitekten Peter Walker. Der Ort ist mittlerweile die erste Touristenattraktion der Stadt, was irgendwie verblüfft und befremdet, aber auch ins Bild völlig orientierungsloser Touristenscharen passt – und das bezieht sich nicht auf Straßenkarten, sondern auf den Sinn des Reisens. Das Denkmal lärmt, nervt und ist gestalterisch übersteigertes Pathos. Wie auch will man für das Geschehen eine adäquate Form des Denkmals finden? Wie auch immer: Kleiner, pietätvoller und ruhiger hätte das Memorial mehr Eindruck gemacht. Kein Vergleich zur besinnlichen Ruhe eine amerikanischen Soldatenfriedhofs in der Normandie. Wasser stürzt in die Tiefe von zwei Quadraten, die die Grundrisse der beiden WTC-Türme nachbilden sollen. Im oberen Rand, einem Metallband, sind alle Opfernamen ausgestanzt. Das Areal, gedeckt mit Granitpflaster, ist mit Eichen sowie Efeufeldern bepflanzt, die mit Granitflächen wechseln, was wohl als Anspielung auf Friedhofsgestaltung zu verstehen ist (Der Beitrag wird innerfamilär kontrovers diskutiert, andere finden es ergreifend bzw. beeindruckend, aber wer den Mac hat, der hat die Macht … ).

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9/11 Memorial I

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9/11 Memorial II

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Battery Park an der Südspitze Manhattans.

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Dass man in öffentlichen Parks auch Gemüse anbauen kann, vorzugsweise mit Kindern, weiß man in den USA nicht erst seit Michele Obamas Gemüsegarten am White House. Gleichwohl hat sie der Bewegung des urban gardening und farming damit mehr Öffentlichkeit verschafft. Gibt auch schöne Beispiele dafür in Deutschland: elisabethsgarten.de

Zu guter Letzt: Morgen Central Park – der nördliche Teile, danach Museum of the City of New York sowie ein Besuch in Harlem und am Abend in der Bronx: Wir gehen zu den Yankees und sehen unser erstes Baseballspiel!

Des Weiteren: In San Francisco stammten ca. 90 % aller Autos nicht aus den USA, hier in New York sind es schätzungsweise 80 %. Die Mehrzahl stammt aus Japan, wobei hier viel mehr Hybridwagen fahren (Toyota) als in Deutschland – wen es interessiert …

t.b.c.

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