Baltikum 2017 – Vilnius

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Baltikum 2017 – Riga

Hier die ersten Impressionen unserer Baltikum-Tour: Am frühen Abend in Riga gelandet, blieb nach dem Abholen des Mietwagens und dem Einchecken im Hotel nur Zeit für einen ersten zweistündigen Rundgang sowie einen Restaurant-Besuch – bei bestem Wetter. Am Morgen ging es mit dem Auto nach Vilnius unserer ersten Station für vier Tage. Drei Stunden Landstraße und Autobahn durch – so der Eindruck – nur wenig besiedelte Landschaften.

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Am Ufer der Daugava (Düna), die bei Riga in die Ostsee mündet.

 

 

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Das Freiheitsdenkmal aus den 1930er-Jahren.

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Die Stadt proseperierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in der Zwischenkriegszeit. Zerstörung sowie Sowjetisierung sind nach wie vor unübersehbar. Um so bedeutender stellt sich das historische Erbe dar bzw. das, was dazu erklärt wird.

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Rathaus und Schwarzhäupterhaus – zerstört und 1999 wieder aufgebaut.

08/16 Ha Long Bay/Hanoi

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Nach drei Tagen zurück aus der Ha-Long-Bucht, können die Bilder nur andeuten, was wir gesehen und erlebt haben: Wunderbare Karst-Inseln, gutes Essen, schwimmende Dörfer, Schwimmen auf offener See, Kajaktouren, Höhlenbesuch. Auf dem Schiff war es sehr gut, die Augen muss man jedoch zudrücken, wenn man sich den Massentourismus sowie die sichtbare Umweltverschmutzung vergegenwärtigt.

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Da Bucht mit ihren 2000 Inseln darf nur zu einem Teil durch die Ausflugsschiffe befahren werden; andere Bereiche werden sinnvollerweise geschützt, was aber auch dazu führt, dass die Armada der ca. 30 über Nacht vor Anker gehenden Schiffe immer irgendwie in gegenseitiger Sichtweite bleibt.

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Das schwimmende Dorf wurde in den letzten Jahren fast vollständig umgesiedelt; heute bieten die vom Fischfang lebenden Bewohner Kajakfahrten an und betreiben eine Perlenfarm.

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Heute, bei wieder einmal 37°C, ein Rundgang durch Hanoi: hier die Trấn Quốc Pagode, die älteste Pagode Vietnams, am Westsee.

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Die Stadt besitzt großartige Kolonialarchitektur, zumeist historistisch oder im Art-déco-Stil, hier der Präsidentenpalast im Stile italienischer Renaissancevillen mit Portalen, die auch aus Versailles stammen könnten.

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Zum Abschluss: Das von den Franzosen kurz vor 1900 gebaute Hỏa-Lò-Gefängnis, ein Ort brutalster Kolonialherrschaft. Übrigens wurden das Gefängnis hier auch in den 1940er Jahren betrieben, also gleichzeitig mit der deutschen Okkupation Frankreichs. Verrückt, in Frankreich internierten Hitlers Truppen Kommunisten, in Vietnam internierten Franzosen Kommunisten … 1954 von den Vietnamesen übernommen, diente der Ort ab 1965 der Arrestierung amerikanischer Piloten, die hier, die Amerikaner nannten das Gefängnis „Hanoi Hilton“, ganz gut behandelt wurden, unter ihnen der spätere Senator McCain. Die Piloten wurden von den Vietnamesen sicher auch als Verhandlungsmasse betrachtet und kammen bald nach dem Waffenstillstand 1972/73 wieder frei. Die heutige Ausstellung erinnert an den Krieg, übrigens auch an die weltweite Solidarität, darunter auch die eines kleinen, inzwischen untergegangenen Landes zwischen Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn das Teil des großen Systemkonflikts und damit offizielle Doktrin der SED war, ist es schön, dass das in Hanoi gewürdigt wird – einmal hat die DDR auf der richtigen Seite gestanden, während die BRD an der Produktion von Agent Orange beteiligt war!

07/16 Hanoi

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Zwei volle Tage Hanoi: Hitze (37°C), Mofas, Straßenküchen, gutes Essen und rote Sterne – wir haben nach 26 Jahren wieder sozialistischen Boden unter den Füßen. Nicht, dass wir das irgendwann einmal vermisst hätten, aber die Sterne, die gleichwohl wenigen Propagandabanner wecken Erinnerungen. Die Stadt besitzt Charme, die Kolonialbauten der Altstadt sind ziemlich runtergerockt, Neubauten gibt es in diesem Quartier so gut wie gar nicht. Hier eine Straßenszene. Die Bürgersteige sind oft nicht passierbar, da sie als Parkfläche der Mofas oder Sitzplätze für die Besucher der Straßenküchen dienen.

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Keine Ahnung, wieviele Mopeds hier bei 3,5 Millionen Einwohner gefahren werden. Es sind sehr sehr viele und übersteigt die Nutzung in Italien, woher wir das gut kennen, noch einmal bei Weitem. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der City ist nicht sehr hoch, auf Fußgänger, die nicht zu ängstlich sind, wird Rücksicht genommen. In der Statistik der Verkehrstoten ist Vietnam allerdings die Nr. 1.

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Hier ein Blick über den Hoan-Kiem-See, das Herz der Stadt, von gepflegten Grünanlagen umgeben. Links der Jadeberg-Tempel sowie die Rote Brücke. Gestern haben wir ein traditionelles Wassertheater besucht: Sehr lustig und schön!

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Markanteste Bau auf dem Hoan-Kiem-See: der Schildkrötenpavillon. Wenn auch dieser auf eine Legende zurückgeht, so leben in diesem See wohl zwei Exemplare einer nahezu ausgestorbenen Art der Riesenschildkröten, die bis zu 400 Jahre alt werden können.

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Das Tor mit dem Pavillon des Sternbildes der Literatur in der großen Anlage des Literaturtempels. Die Anlage bildete zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert eine Art Beamtenakademie, deren Zeremonienhalle Konfuzius geweiht ist.

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Auf den von Schildkröten getragenen Stelen stehen die Namen der Absolventen, die zu Mandarinen ausgebildetet wurden.

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Dies ist die Einsäulenpagode.

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Onkel Ho (Chi-Minh) war sicher von anderem Kaliber als Lenin oder Mao, aber dem einbalsamierten Leichnam haben wir trotzdem nicht die Ehre erwiesen. Das nicht weit erntfernte Lenindenkmal ist mittlerweile völlig aus der Zeit gefallen.

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Die Zitadelle mit dem Flaggenturm, immerhin aus dem frühen 19. Jahrhundert – Ikone des Widerstand gegen die französischen und amerikanischer Truppen. Eigentlich unvorstellbar, was dieses Volk im 20. Jahrhundert erleiden musste – die Kriege gegen China und Kambodscha mit eingerechnet. Die Vietnamesen sind im Übrigen sehr freundlich und hilfsbereit, aber auch distanzlos. Wir wurden mehr als einmal angesprochen, mit dem Ziel, eine Unterhaltung mit einem Ausländer führen zu können. Morgen geht es für drei Tage auf ein Schiff in der Halong-Bucht. Wir wissen noch nicht, ob es dort W-Lan gibt.

06/16 Cambodia

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Für uns sind diese Fotos bereits Teil des Rückblicks, denn wir befinden uns nunmehr am Airport in Siem Reap, von wo wir gleich in Richtung Hanoi aufbrechen. Die Tempelanlagen von Angkor Wat sind gigantisch, es ist schier unvorstellbar, wie riesig die Hauptstädte der Khmer zwischen dem 9. und dem 14. Jahrhundert waren und mit welchem architekonischen, skulpturalen und infrastrukturellen Aufwand sie ausgestattet wurden. Was inmitten des Dschungels überdauert hat ist angesichts des Klimas, des Regimes der Roten Khmer, der Kriegs mit Vietnam sowie des Bürgerkriegs imer noch eindrucksvoll. Mit Angkor Thom wird die Spätphase der Khmer-Könige eingeleitet, ehe das meiste im Urwald unterging. Angkor Wat blieb jedoch ein wichtiges buddistisches Zentrum, wie mich heute morgen das hiesige Nationalmuseum belehrte.

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Absaras in Angkor Thom – tanzenden Nymphen. Tanzenden Frauen in großer Zahl spielten an den Höfen eine große Rolle, wie wir dem kurzweiligen Bericht des chinesischen Gesandten Zhou Daguan aus dem 13. Jahrhundert entnommen haben. Er hielt die Khmer für Barbaren, staunte aber, dass Männer und Frauen gemeinsam nackt baden gingen. Heute benehmen sich die Chinesen oft wie Barbaren, auch so ein Effekt der den Menschen veredelnden realsozialistischen Praxis.

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Ta Prohm: Riesige Bäume überwuchern die Architektur – das interessiert die meisten Touristen mehr als die großartigen Reliefs. Die meisten Tempel wurden übrigens in Anastylose zunächst vollständig auseinander gebaut und anschließend gereinigt und moderat ergänzt wieder zusammengesetzt.

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Ein absolutes Highlight waren die Tempel von Banteay Srei, eine knappe Stunde mit dem Tuk Tuk von Siem Reap entfernt. Sie stammen aus dem späten 10. Jahrhundert und sind prachtvoll dekoriert. Bemerkenswert war auch die lange Fahrt durch die Dörfer entlang der Straße. Unendlich viele Verkaufsstände, Feuerstellen, dafür wenige Plantagen und Reisfelder. Die Häuser stehen auf Pfeilern – Le Corbusier lässt grüßen … Wir sind hier zwar in der dritten Welt, aber besser als die hiesigen Dörfer sehen einige Viertel in Köln auch nicht aus. Das Bier ist da wir dort dünne Plörre.

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Schließlich der Besuch in einem schwimmenden Dorf am Tonle-See, dem größten und fischreichsten Binnensee Südostasiens. Die Armut steigerte sich hier noch einmal deutlich. Der Besuch einer Krokodilfarm war obligatorisch und schließlich kauften wir auch Nudeln, die wir …

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… dem Direktor dieser Waisenschule auf dem Wasser überreichten. Das ist hier Tagegeschäft, entlastete aber unser Gewissen spürbar. Man tat alles, um uns glaubhaft zu machen, dass es einem guten Zweck diente. See you in Hanoi!

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Hier noch ein schönes Relief aus Bantaey Srei.

05/16 Cambodia

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Kleiner appetizer: Wir sind bestens in Kambodscha gelandet, der Transfer in Ho-Chi-Mingh-Stadt war unproblamtisch. Von einem der reichsten in eines der ärmsten Länder Südostasiens. Die Servilität der Angestellten im Hotel ist manchmal peinlich, E. hat darin noch keine Erfahrung und bemerkte angesichts der Zuwendung durch Hotelboys, er sei doch kein Minister … Heute morgen die erste Fahrt zu den Tempeln von Ankor Wat, Angkor Tom und Ta Prohm im Tuk Tuk. Alles wunderbar, Bericht folgt. Einziges Problem: unerbittliche 37°C.

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Mit Angkor Wat zu beginnen, war nur den Routinen unsers Tuk-Tuk-Fahrers geschuldet, erst heute haben wir die ältesten Bauten der begrifflich grob unter Angkor Wat subsumierten Epoche vom 9. bis zum 14. Jahrhundert kennen gelernt. Die Tempelanlage von Angkor Wat ist ganz sicher ein, wenn nicht DER Höhepunkt – umgeben von Kanälen, die eine Insellage schaffen und zugleich dem Reisanbau dienen, untergliedert in ein spitituelles Zentrum, das sich über mehrere Höhenebenen erstreckt, umgeben von Wandelgängen mit einer Unzahl an Reliefs und Skulpturen. Hier der Blick vom Ufer des Westzugangs über den Eingangsturm (Prasat) bis zum Heiligtum. Die Brücke sowie der gesamte Wasserlaf war über Kilometer von einer Balustrade in Schlangeform dekoriert – Teile davon sind erhalten.

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Blick auf den Haupttempel.

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Relief mit Devatas, weiblichen Schutzgottheiten (jedenfalls soweit ich das verstehe). Zweite Hälfte des 12. Jhs.

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Über mehrere Hunderte Meter ziehen sich Reliefs, die nahezu wandhoch unerschiedliche Geschichten – mythologische, religiöse und politische – erzählen. Oft handelt es sich um stilisierte Darstellungen, manchmal mit verblüfendem Naturalismus und lebensnahen Szenen.

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Rückblick aus dem zentralen Prasat (Turm) des Pyramidentempels auf die vorgelagerte Toranlage. tbc

04/16 Singapore

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Vormittags in der Arab Street, Teil eines Quartiers rund um die Sultan-Moschee. Die Bauten gehören zu den ältesten architektonischen Zeugnissen kolonialer wie muslimisch-malayischer Kultur in Singapore. Das kommt zwar alles touristisch daher, bildet aber einmal mehr einen Kontrast zum modernen Finanzdistrict, zu den Shoppingmalls und den Quartieren der Inder und Chinesen. Wenn es noch eines Beweises benötigt, um im Islam eine zur Koexistenz fähige Religion zu sehen, dann hier … Aber soweit sind diejenigen, die das alles anders und sogar besser zu wissen glauben, nie gereist …

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Auch entlang der Orchard Road mit ihren Luxusstores und Malls entdeckt man historische Architektur. Ansonsten haben wir in den teuren Flagship-Stores eigentlich nie Leute gesehen. Es mag keine Saison sein, aber einmal mehr beschleicht uns gleichwohl das Gefühl, dass die YSL, Gucci, Prada usw. auf einem irrationalen Geschäftsmodell beruhen.

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Schließlich für einen entsprechenden Preis die Auffahrt auf den Sky Park des Marina Sands Komplexes, 200 Meter über der Stadt. Auch hier ist das meiste Luxusklasse nebst Kasino und sehr nahe an Las Vegas, woher die Investoren auch kommen. Aber für diese Aussicht bezahlt man dann doch gerne.

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Blick auf die Gardens by the Bay sowie die Mündung des Singapore Rivers in den Ozean.

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Irrgendwo da draußen befinden sich die von sechs Staaten, besonders agressiv von China beanspruchten Inseln, die der Internationale Gerichtshof in Den Haag vor zwei Tagen den Philippinen zusprach – die Zeitungen sind hier voll davon und man bekommt einen Eindruck, welche Wirkung das Hegemonialstreben Chinas hier hat.

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Mit diesem Foto geht es über Saigon auf nach Siem Reap in Kambodscha.