Bauten und Gärten der Großmogule: Delhi, Jaipur, Agra / Oktober 2018

I.

Gewöhnung an Delhi. Die Stadt ist nicht nur auf den ersten Blick laut, chaotisch, schmutzig, der Verkehr ineffizient und gefährlich. Einen Teil von Old Delhi haben wir bereits besichtigt und es gibt keinen Grund, ein zweites Mal durch die Straßen rund um die Jama-Masjid-Moschee zu gehen. Diese ist selbstverständlich ein Höhe- und Ruhepunkt. Die Lage auf einem Plateau in Sichtweite zum Roten Fort war ein klares Zeichen der Macht des islamischen Moguls Shah Jahan über die mehrheitlich hinduistische Bevölkerung in der Mitte des 17. Jahrhunderts.

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Auch sonst ist das bauliche Erbe trotz zahlreicher Verluste noch immer gigantisch und vielfältig – dies zu erleben, sind wir schließlich hier.

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Aus der britischen Kolonialzeit stammt vermutlich auch die Schwäche für defizitäre elektrische Systeme – siehe England noch heute.

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Man könnte den Umgang der indischen Öffentlichkeit mit dem Verkehr, der Überfüllung, dem Gestank und dem Schmutz für gelassen halten. Vielleicht ist es auch etwas anderes: Oft scheint die Selbstreflektion darüber zu fehlen, dass das eigene Handeln Konsequenzen für andere nach sich zieht. Als Fußgänger ist das Überqueren der Straße oft nicht möglich, weil niemand – weder Rad- noch  Rikschafahrer, weder Moped- noch Autofahrer – auch nur einen Zentimenter preisgeben. Dies, obwohl man im Stau oder im traffic jam steht und keine Sekunde dadurch verlieren würde. Ein einziges jeder gegen jeden. Nur selten wird die allgegenwärtige Rücksichtlosigkeit von einer Geste der Zuvorkommenheit unterbrochen.

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II.

Mit dem sog. Roten Fort, dem Residenzkomplex Shah Jahans, der damit Delhi 1638 zur Hauptstadt machte, haben wir heute ein weiteres Zeugnis der Mogulzeit besichtigt. Trotz partieller Zerstörung und  Plünderung sowie der Errichtung britischer Kasernen im Inneren kann man sich ein sehr gutes Bild von der einstigen Pracht machen. Besonders die in weitläufigen Gärten liegenden Wohn- und Aufenthaltsbauten, aber auch die Residenzhalle beeindrucken durch eine überbordende Ornamentik. Zum Teil stammt diese sogar aus Europa.

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Die Halle der Trommler markiert den Eingang in den Palastbereich; hier mussten Besucher des Großmoguls von ihren Elefanten absteigen und zu Fuß weitergehen. Gegenüber befindet sich die Audienzhalle mit dem Thron Shah Jahans.

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Das Areal wird von zahlreichen Reisenden besichtigt, an erster Stelle natürlich Indern, die einen nach der Herkunft fragen und nicht selten ein Foto machen wollen – meistens Selfies. Obschon vor 11 Jahren zum Welkulturerbe erklärt, hat der indische Staat Schwierigkeiten, die Anlage zu erhalten; von fachgerechter Restaurierung soll gar nicht die Rede sein. Dies hat leider zur Folge, dass man nicht auf die Umfassungsmauern kommt, auch nicht auf die an der Flussseite, und dass die grandiosen Wasseranlagen des 17. Jahrhunderts nicht in Betrieb sind. Ludwig XIV. wäre neidisch geworden, hätte er gewusst, wie viele Kanäle, Kaskaden und Springbrunnen hier zu finden waren. Es wäre eigentlich einen weiteren Flug nach Delhi wert, diese Bassins und Fontänen irgendwann einmal mit Wasser zu erleben.

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Zweite Station war heute Mahatma Gandhis Begräbnisort. Für das junge Indien bildete es eine Herausforderung, dem Freiheitskämpfer ein angemessenes Grabdenkmal zu setzen, wobei die Formen – sicher ungewollt – auch auf britischen Architekturtraditionen beruhen. Auch hier war Gelegenheit für Gespräche mit Neugierigen, vor allem mit Schülern.

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Das Grabdenkmal, zugleich auch der Ort der Einäscherung Gandhis, wurde später zum Pilgerort der politischen Prominenz, die oft einen Baum pflanzte, etwa Ho Chi Min 1958. Zwischen den beiden politischen Blöcken lavierend, empfing Indien hier aber auch ambitonierte oder halbseidene Repräsentanten, darunter Tito, Kurt Waldheim (als UNO-Generalsekretär, später als Bundespräsident hatte er ja weitgehend Reiseverbot), Nicolae Ceaușescu oder den polnischen Reformer Edward Gierek, daneben zahlreiche afrikanische Staatschefs.

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Am zweiten Tag nervt der Verkehr kaum noch. Und das Essen ist einfach unglaublich! Überall.

III.

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Heute nur ein kurzer Bericht, denn nach dem Fußballspiel zwischen den Delhi Dynamos und Atletico de Kolkata ist es sehr spät geworden. Wir haben irrsinnig viel erlebt heute  – Hymayuns Mausoleum inmittes eines Chahar Bagh, eines regelmäig gegliederten persisch-islamischen Gartens, der Lodi Garten, das Indian Gate, die Regierungsbauten usw.

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Die Dynamos haben leider 1:2 verloren, aber ein gutes Spiel vor 9143 Zuschauern im großen Nehru-Nationalstadion (60.000 Plätze) gemacht. Mit der neuen und sehr modernen Metro angereist, mussten wir das riesige Gelände erst einmal zur Hälfte umrunden, um dann die Karten an einem ganz anderen Ort kaufen zu können, was Zeit und Nerven gekostet hat. Ohne einen hilfsbereiten Rikscha-Fahrer wäre das nicht gegangen, denn nach dem Kauf der Tickets mussten wir wieder einige Minuten fahren, um zum richtigen Einlass-Tor zu gelangen. Ein VIP-Platz kostet 3 Euro, eine Flasche Wasser und Chips in der Halbzeitpause 50 Cent; das Metroticket 35 Cent.

Morgen ist unser vorerst letzter Tag in Delhi, übermorgen geht es in die Pink City nach Jaipur in Rajasthan.

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IV.

Die Qutub Minar, eine Siegessäule des späten 12. Jahrhunderts, bildete heute unseren Besichtigungsauftakt. Gelegen in einem sehr gepflegten archäologischen Park. ist sie einer der touristischen Hotspots. Hier wird sehr früh der islamische Herrschaftsanspruch auf dem indischen Subkontinent deutlich, der durch solche Säulen, die auch als Wachturm und Minarett dienten, durch Paläste, Moscheen und nicht zuletzt durch Begräbnisstätten – Mausoleen – repräsentiert wird.

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Zweite Station war der Lotus-Tempel der Bahai, der 1986 nach Plänen des Architekten Fariborz Sahba errichtet wurde – ein spätes Werk der weltweiten Spannbeton-Ära seit den 1950ern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spannbeton-Bauten ist es mit Marmor verkleidet. Die Konstruktion in Analogie zu einer Lotusblüte aus neun Blattsegmenten bestehend, ist an Genialität und Eleganz nicht zu übertreffen. Die Bahai bestehen als junge islamische Abspaltung nur aus vergleichsweise wenigen Gläubigen, so dass die Mehrheit der ca. 8 Millionen Besucher_innen jedes Jahr, wohl wegen des ikonischen Charakters der Architektur kommt. Eine Signaturarchitektur, die alle Inder_innen stolz macht, ganz losgelöst von ihrer Funktion als Bahai-Tempel.

Höhepunkt war der Besuch des Gurudwara Bangla Sahib, des größten Sikh-Tempels der Stadt. Von der religiösen Bedeutung abgesehen, ist dies ein sozialer Ort, denn täglich (!) werden hier 50.000 Gläubige oder Ungläubige kostenlos verköstigt. Die Küche hält sicher dem deutschen Lebensmittelrecht nicht stand, auch wir waren barfuß darin, trugen aber eine schicke Kopfbedeckung. In den Arkaden rund um das Bassin kann man nächtigen, ebenfalls kostenfrei, wie man den Teich auch zum Waschen nutzt.

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Ein paar Beobachtungen: Die Metro ist ein Raum für das Einüben/Etablieren geläufiger zivilisatorischer Praktiken: Spucken ist verboten, ebenso auf dem Boden sitzen, Essen, Musik hören usw., also ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Orten. Unter den Autofahrern finden sich kaum Frauen. Frauen sind eine absolute Minderheit unter den Restaurant-Bedienungen. Selbst in dem Textil-Store, indem wir heute unsere Kurtas kauften, bedienen fast ausnahmslos Männer. Sich anstellen funktioniert nur in dichten Trauben, egal ob im Basar oder beim Ticketschalter ohne jede Distanz, ohne jede Regel – außer, dass der Stärkere, der Dreistere, der Rücksichtsloseste gewinnt. Ansatzweise wird in der U-Bahn ein anderer Umgang gepflegt.

Die Armut der Bevölkerung auf der Straße, die schmutzigen, hageren Kinder, die in den Autoabgasen Kunststücke vollführen, um ein paar Rupien zu ergattern, sind bedrückend und stehen im Kontrast etwa zum Verbreitungsgrad der Mobiltelefone usw. Ein neuseeländischer Neurologe berichtet uns, dass die Mediziner des Landes ausgezeichnet seien, auch die Arbeitsmöglichkeiten im hiesigen Regierung-Hospital, das alle Inder_innen kostenlos versorgt.

Morgen geht es für zwei Tage nach Jaipur.

 

 

 

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Baltikum 2017 – Riga

Hier die ersten Impressionen unserer Baltikum-Tour: Am frühen Abend in Riga gelandet, blieb nach dem Abholen des Mietwagens und dem Einchecken im Hotel nur Zeit für einen ersten zweistündigen Rundgang sowie einen Restaurant-Besuch – bei bestem Wetter. Am Morgen ging es mit dem Auto nach Vilnius unserer ersten Station für vier Tage. Drei Stunden Landstraße und Autobahn durch – so der Eindruck – nur wenig besiedelte Landschaften.

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Am Ufer der Daugava (Düna), die bei Riga in die Ostsee mündet.

 

 

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Das Freiheitsdenkmal aus den 1930er-Jahren.

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Die Stadt proseperierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in der Zwischenkriegszeit. Zerstörung sowie Sowjetisierung sind nach wie vor unübersehbar. Um so bedeutender stellt sich das historische Erbe dar bzw. das, was dazu erklärt wird.

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Rathaus und Schwarzhäupterhaus – zerstört und 1999 wieder aufgebaut.

08/16 Ha Long Bay/Hanoi

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Nach drei Tagen zurück aus der Ha-Long-Bucht, können die Bilder nur andeuten, was wir gesehen und erlebt haben: Wunderbare Karst-Inseln, gutes Essen, schwimmende Dörfer, Schwimmen auf offener See, Kajaktouren, Höhlenbesuch. Auf dem Schiff war es sehr gut, die Augen muss man jedoch zudrücken, wenn man sich den Massentourismus sowie die sichtbare Umweltverschmutzung vergegenwärtigt.

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Da Bucht mit ihren 2000 Inseln darf nur zu einem Teil durch die Ausflugsschiffe befahren werden; andere Bereiche werden sinnvollerweise geschützt, was aber auch dazu führt, dass die Armada der ca. 30 über Nacht vor Anker gehenden Schiffe immer irgendwie in gegenseitiger Sichtweite bleibt.

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Das schwimmende Dorf wurde in den letzten Jahren fast vollständig umgesiedelt; heute bieten die vom Fischfang lebenden Bewohner Kajakfahrten an und betreiben eine Perlenfarm.

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Heute, bei wieder einmal 37°C, ein Rundgang durch Hanoi: hier die Trấn Quốc Pagode, die älteste Pagode Vietnams, am Westsee.

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Die Stadt besitzt großartige Kolonialarchitektur, zumeist historistisch oder im Art-déco-Stil, hier der Präsidentenpalast im Stile italienischer Renaissancevillen mit Portalen, die auch aus Versailles stammen könnten.

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Zum Abschluss: Das von den Franzosen kurz vor 1900 gebaute Hỏa-Lò-Gefängnis, ein Ort brutalster Kolonialherrschaft. Übrigens wurden das Gefängnis hier auch in den 1940er Jahren betrieben, also gleichzeitig mit der deutschen Okkupation Frankreichs. Verrückt, in Frankreich internierten Hitlers Truppen Kommunisten, in Vietnam internierten Franzosen Kommunisten … 1954 von den Vietnamesen übernommen, diente der Ort ab 1965 der Arrestierung amerikanischer Piloten, die hier, die Amerikaner nannten das Gefängnis „Hanoi Hilton“, ganz gut behandelt wurden, unter ihnen der spätere Senator McCain. Die Piloten wurden von den Vietnamesen sicher auch als Verhandlungsmasse betrachtet und kammen bald nach dem Waffenstillstand 1972/73 wieder frei. Die heutige Ausstellung erinnert an den Krieg, übrigens auch an die weltweite Solidarität, darunter auch die eines kleinen, inzwischen untergegangenen Landes zwischen Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn das Teil des großen Systemkonflikts und damit offizielle Doktrin der SED war, ist es schön, dass das in Hanoi gewürdigt wird – einmal hat die DDR auf der richtigen Seite gestanden, während die BRD an der Produktion von Agent Orange beteiligt war!

07/16 Hanoi

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Zwei volle Tage Hanoi: Hitze (37°C), Mofas, Straßenküchen, gutes Essen und rote Sterne – wir haben nach 26 Jahren wieder sozialistischen Boden unter den Füßen. Nicht, dass wir das irgendwann einmal vermisst hätten, aber die Sterne, die gleichwohl wenigen Propagandabanner wecken Erinnerungen. Die Stadt besitzt Charme, die Kolonialbauten der Altstadt sind ziemlich runtergerockt, Neubauten gibt es in diesem Quartier so gut wie gar nicht. Hier eine Straßenszene. Die Bürgersteige sind oft nicht passierbar, da sie als Parkfläche der Mofas oder Sitzplätze für die Besucher der Straßenküchen dienen.

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Keine Ahnung, wieviele Mopeds hier bei 3,5 Millionen Einwohner gefahren werden. Es sind sehr sehr viele und übersteigt die Nutzung in Italien, woher wir das gut kennen, noch einmal bei Weitem. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der City ist nicht sehr hoch, auf Fußgänger, die nicht zu ängstlich sind, wird Rücksicht genommen. In der Statistik der Verkehrstoten ist Vietnam allerdings die Nr. 1.

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Hier ein Blick über den Hoan-Kiem-See, das Herz der Stadt, von gepflegten Grünanlagen umgeben. Links der Jadeberg-Tempel sowie die Rote Brücke. Gestern haben wir ein traditionelles Wassertheater besucht: Sehr lustig und schön!

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Markanteste Bau auf dem Hoan-Kiem-See: der Schildkrötenpavillon. Wenn auch dieser auf eine Legende zurückgeht, so leben in diesem See wohl zwei Exemplare einer nahezu ausgestorbenen Art der Riesenschildkröten, die bis zu 400 Jahre alt werden können.

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Das Tor mit dem Pavillon des Sternbildes der Literatur in der großen Anlage des Literaturtempels. Die Anlage bildete zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert eine Art Beamtenakademie, deren Zeremonienhalle Konfuzius geweiht ist.

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Auf den von Schildkröten getragenen Stelen stehen die Namen der Absolventen, die zu Mandarinen ausgebildetet wurden.

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Dies ist die Einsäulenpagode.

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Onkel Ho (Chi-Minh) war sicher von anderem Kaliber als Lenin oder Mao, aber dem einbalsamierten Leichnam haben wir trotzdem nicht die Ehre erwiesen. Das nicht weit erntfernte Lenindenkmal ist mittlerweile völlig aus der Zeit gefallen.

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Die Zitadelle mit dem Flaggenturm, immerhin aus dem frühen 19. Jahrhundert – Ikone des Widerstand gegen die französischen und amerikanischer Truppen. Eigentlich unvorstellbar, was dieses Volk im 20. Jahrhundert erleiden musste – die Kriege gegen China und Kambodscha mit eingerechnet. Die Vietnamesen sind im Übrigen sehr freundlich und hilfsbereit, aber auch distanzlos. Wir wurden mehr als einmal angesprochen, mit dem Ziel, eine Unterhaltung mit einem Ausländer führen zu können. Morgen geht es für drei Tage auf ein Schiff in der Halong-Bucht. Wir wissen noch nicht, ob es dort W-Lan gibt.

06/16 Cambodia

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Für uns sind diese Fotos bereits Teil des Rückblicks, denn wir befinden uns nunmehr am Airport in Siem Reap, von wo wir gleich in Richtung Hanoi aufbrechen. Die Tempelanlagen von Angkor Wat sind gigantisch, es ist schier unvorstellbar, wie riesig die Hauptstädte der Khmer zwischen dem 9. und dem 14. Jahrhundert waren und mit welchem architekonischen, skulpturalen und infrastrukturellen Aufwand sie ausgestattet wurden. Was inmitten des Dschungels überdauert hat ist angesichts des Klimas, des Regimes der Roten Khmer, der Kriegs mit Vietnam sowie des Bürgerkriegs imer noch eindrucksvoll. Mit Angkor Thom wird die Spätphase der Khmer-Könige eingeleitet, ehe das meiste im Urwald unterging. Angkor Wat blieb jedoch ein wichtiges buddistisches Zentrum, wie mich heute morgen das hiesige Nationalmuseum belehrte.

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Absaras in Angkor Thom – tanzenden Nymphen. Tanzenden Frauen in großer Zahl spielten an den Höfen eine große Rolle, wie wir dem kurzweiligen Bericht des chinesischen Gesandten Zhou Daguan aus dem 13. Jahrhundert entnommen haben. Er hielt die Khmer für Barbaren, staunte aber, dass Männer und Frauen gemeinsam nackt baden gingen. Heute benehmen sich die Chinesen oft wie Barbaren, auch so ein Effekt der den Menschen veredelnden realsozialistischen Praxis.

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Ta Prohm: Riesige Bäume überwuchern die Architektur – das interessiert die meisten Touristen mehr als die großartigen Reliefs. Die meisten Tempel wurden übrigens in Anastylose zunächst vollständig auseinander gebaut und anschließend gereinigt und moderat ergänzt wieder zusammengesetzt.

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Ein absolutes Highlight waren die Tempel von Banteay Srei, eine knappe Stunde mit dem Tuk Tuk von Siem Reap entfernt. Sie stammen aus dem späten 10. Jahrhundert und sind prachtvoll dekoriert. Bemerkenswert war auch die lange Fahrt durch die Dörfer entlang der Straße. Unendlich viele Verkaufsstände, Feuerstellen, dafür wenige Plantagen und Reisfelder. Die Häuser stehen auf Pfeilern – Le Corbusier lässt grüßen … Wir sind hier zwar in der dritten Welt, aber besser als die hiesigen Dörfer sehen einige Viertel in Köln auch nicht aus. Das Bier ist da wir dort dünne Plörre.

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Schließlich der Besuch in einem schwimmenden Dorf am Tonle-See, dem größten und fischreichsten Binnensee Südostasiens. Die Armut steigerte sich hier noch einmal deutlich. Der Besuch einer Krokodilfarm war obligatorisch und schließlich kauften wir auch Nudeln, die wir …

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… dem Direktor dieser Waisenschule auf dem Wasser überreichten. Das ist hier Tagegeschäft, entlastete aber unser Gewissen spürbar. Man tat alles, um uns glaubhaft zu machen, dass es einem guten Zweck diente. See you in Hanoi!

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Hier noch ein schönes Relief aus Bantaey Srei.

05/16 Cambodia

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Kleiner appetizer: Wir sind bestens in Kambodscha gelandet, der Transfer in Ho-Chi-Mingh-Stadt war unproblamtisch. Von einem der reichsten in eines der ärmsten Länder Südostasiens. Die Servilität der Angestellten im Hotel ist manchmal peinlich, E. hat darin noch keine Erfahrung und bemerkte angesichts der Zuwendung durch Hotelboys, er sei doch kein Minister … Heute morgen die erste Fahrt zu den Tempeln von Ankor Wat, Angkor Tom und Ta Prohm im Tuk Tuk. Alles wunderbar, Bericht folgt. Einziges Problem: unerbittliche 37°C.

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Mit Angkor Wat zu beginnen, war nur den Routinen unsers Tuk-Tuk-Fahrers geschuldet, erst heute haben wir die ältesten Bauten der begrifflich grob unter Angkor Wat subsumierten Epoche vom 9. bis zum 14. Jahrhundert kennen gelernt. Die Tempelanlage von Angkor Wat ist ganz sicher ein, wenn nicht DER Höhepunkt – umgeben von Kanälen, die eine Insellage schaffen und zugleich dem Reisanbau dienen, untergliedert in ein spitituelles Zentrum, das sich über mehrere Höhenebenen erstreckt, umgeben von Wandelgängen mit einer Unzahl an Reliefs und Skulpturen. Hier der Blick vom Ufer des Westzugangs über den Eingangsturm (Prasat) bis zum Heiligtum. Die Brücke sowie der gesamte Wasserlaf war über Kilometer von einer Balustrade in Schlangeform dekoriert – Teile davon sind erhalten.

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Blick auf den Haupttempel.

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Relief mit Devatas, weiblichen Schutzgottheiten (jedenfalls soweit ich das verstehe). Zweite Hälfte des 12. Jhs.

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Über mehrere Hunderte Meter ziehen sich Reliefs, die nahezu wandhoch unerschiedliche Geschichten – mythologische, religiöse und politische – erzählen. Oft handelt es sich um stilisierte Darstellungen, manchmal mit verblüfendem Naturalismus und lebensnahen Szenen.

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Rückblick aus dem zentralen Prasat (Turm) des Pyramidentempels auf die vorgelagerte Toranlage. tbc